Jetzt bin ich wohl im richtigen Australien angekommen: Innerhalb der letzten Woche hab ich mehr Aussies kennen gelernt als bisher auf meinem ganzen Trip. Bin zurzeit in Northam zum Arbeiten. Die Stadt – mit allen dazugehörigen Farmen etwa 7000 Einwohner – liegt 100 Kilometer nord-östlich von Perth am Avon River. Northam an sich hat, außer echtes australisches Leben, was mir ja schon genug ist, nicht wirklich viel zu bieten: Ein paar Geschäfte, ein paar Pubs und Restaurants – und ein Schwimmbad (muss mal wieder bisschen Sport machen und nachdem es zum Laufen zu warm ist, geh ich jetzt halt schwimmen!).
In einem der Pubs (Fitzgeralds Hotel) arbeite ich jetzt die nächsten sechs (oder vielleicht acht) Wochen. Zu dem kleinen Hotel gehören ein Restaurant und eine Bar. Ich bin so gut wie für alles zuständig (putzen muss ich nicht!):Also Bestellung aufnehmen, bedienen, Bier einschenken, Teller abräumen, kassieren usw…. also genau das, was ich im Andechser Hof (Tutzing) oder im Rockcafé (Feldafing) gemacht habe. Nur werden mich meine Chefs dort nicht mehr so gerne sehen: Wenn ich die sechs Wochen hier nämlich rumhab, kann ich kein normales Bier mehr einschenken (Sorry, Sascha!!). Standardsatz meiner Gäste ist: „No foam!!“ Echt, die Gläser müssen bis obenhin gefüllt sein – geht mal gar nicht!
Aber an sich ist es ganz nett hier: Irgendwie scheint es überall auf der Welt das Gleiche zu sein. Es gibt ein paar Leute an der Bar, die sind immer da und stink beleidigt, wenn man nach dem ersten Mal Bier einschenken nicht sofort und für immer weiß, welche Sorte sie trinken (und hier in OZ gibt es echt viele Sorten Bier….). Naja, aber ich weiß mittlerweile wie die ticken, und sie wissen, wie sie mit mir umgehen können – auch wenn es hin und wieder zu Sprachmissverständnissen kommt: Weil Aussie-Englisch und tiefstes Aussie-Englisch halt doch zwei Paar Stiefel sind. Die meisten (auch die Restaurantgäste!!) sind aber super nett und freundlich und sagen mir ihre Bestellung, wenn’s sein muss, ein zweites (und manchmal auch ein drittes) Mal. Im Gegenzug muss ich jedem meine Geschichte erzählen und erklären, warum ich genau in der Provinzstadt Northam gelandet bin…
Mein Chef – Patrick aus Irland – ist auch ok, wie Chefs halt so sind. Sie haben ihre Grunsätze und die muss man beachten und alles ist gut!
Ich durfte heute sogar den (Plastik!!!-) Christbaum nach meinen (ziemlich kitschigen) Vorstellungen schmücken.
Ansonsten ist’s hier sauheiß: Hatten am Wochenende 44 Grad. Aber Gott sei Dank ist die Luft so trocken, dass es einem gar nicht so schlimm vorkommt. Was ich jetzt aber besser versteh, ist die Buschfeuer-Problematik (nicht weit von der Stadt brennt’s schon!!) – am Wochenende bin ich mir vorgekommen, als ob ich die ganze Zeit vor einem Haartrockner stehe…




































































































































