Australien bei Sonne kann jeder

Hurra – wir sind in Sydney! Ja, wir haben es die vergangenen Tage richtig krachen lassen – also, was das Autofahren anbelangt. Am letzten Wochenende waren wir noch in Melbourne, am Montag sind wir dann ganz gemütlich nach Phlilip Island gefahren (man war das süß dort: haben kleinen Pinguinen zugeschaut, wie sie vom Meer in ihre Nester gerannt sind), Dienstag und Mittwoch sind wir dann mehr oder weniger die ganze Zeit im Auto gesessen – was auch nicht weiter schlimm war, weil es meistens geregnet hat. Dafür sind wir heute bei strahlendem Sonnenschein (ok, es war bisschen winidg, aber sonst echt klasse!) in Syndey angekommen und haben gleichmal den Strand angepeilt: Cronulla Beach, Coogee Beach und sogar Bondi Beach haben wir heute schon „ausgecheckt“ und derweil  ein bisschen an unserem Teint gearbeitet – wir waren sogar im Meer baden. Wir haben das echt genossen, schließlich war es einer der ersten, richtigen Sonnentage, seitdem die Michaela in Australien ist – und das ist mehr als zwei Wochen her.

Aber gut, ihr wisst ja gar nicht, wie es uns in Melbourne ergangen ist: Jedenfalls sind wir an unserem ersten richtigen Melbourne-Tag am Federation Square gesessen und haben Kaffee getrunken – die Sonne hat super gescheint und wir haben’s uns einfach nur gut gehen lassen. Etwa eine Stunde später sind wir dann gerade zu unsere Sightseeing-Shopping-Tour aufgebrochen, als die Welt in Melbourne untergegangen ist: Hagel so groß wie Vogeleier, Überschwemmungen in kürzester Zeit (sowohl auf der Straße als auch in den Geschäften!) und fast panisch durch die City laufende Menschen – und wir mittendrin samt Einkäufen, in kurzer Hose und T-Shirt und natürlich nur in Flip-Flops. Aber ok,  wir haben Ruhe bewahrt und sind ins nächste große Kaufhaus geflüchtet. Am Abend war die Lage dann schon wieder entspannter und am nächsten Tag hat es zwar immer mal wieder geregnet, aber alles in allem war es dann doch ganz annehmbar. Wenn etwas aber sicher ist, dann die Tatsache, dass ich nochmal nach Melbourne muss – zweieinhalb Tage sind für diese tolle Stadt einfach zu kurz! Wer kommt mit? Zitat Michaela: „Ich komm schon nochmal mit!“ Ihr seht, nicht mal zwei Wochen Regen können uns etwas anhaben!

So jetzt aber erst noch einmal Sydney…. hoffentlich mit mehr Sonne, aber der Wetterbericht, sagt mal wieder Regen. Aber unser Slogan: „Australien bei Sonne kann ja jeder!“

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Verstand und Glück – wie war das nochmal?

Also mit mehr Glück als Verstand haben wir es nicht so… es gibt da ja andere Australien-Urlauber, die für umsonst mit „Mathilde“ von Cairns nach Sydney fahren dürfen… (auf diesem Weg ganz viele liebe Grüße an Tiziano und David!)…! Wir haben „Luk“ (ihr kennt doch Gilmore Girls, oder?) ganz brav bezahlt und deshalb fährt er uns jetzt von Adelaide nach Sydney – gut geraten, ich meine unseren „riesigen“ First-Class-Wicked-Campervan. Nur manchmal zickt er und will nicht anspringen, aber dann reden wir ihm gut zu und schon läuft er wieder. Die Jungs putzen ihre „Mathilde“ sogar, das haben wir mit „Luk“ nicht gemacht, trotzdem lieben wir ihn – und er uns. Naja und bis Melbourne hat er uns ja schon gebracht!

 Nur richtig viel Glück hatten wir noch nicht – am ersten Tag haben wir uns verfahren, am zweiten Tag den Sonnenuntergang an den zwölf Aposteln (Great Ocean Road!!) verpasst und heute hat es soviel geregnet, dass der Regenwald, durch den wir gewandert sind, seinem Namen alle Ehre gemacht hat. Dafür haben wir richtig viel Verstand mitgebracht: Zum Beispiel haben wir auf einem Campingplatz soweit vom Klo wegparkt, dass wir erstmal ewig durch den Regen laufen mussten und eigentlich wollten wir den Leuchtturm am Cape Otway anschauen, aber haben dafür jede Mengen Koalas (Juhu, endlich!!!) gefunden… aber egal, uns macht‘s Spaß, die Landschaft war großartig und von ein bisschen Wasser lassen wir uns die Laune auch nicht verderben (mal schauen, wie lange diese Parole noch gilt, weil die nächsten Tage hier in Melbourne sollen ziemlich bescheiden werden!!).

Aber wenigstens sind wir in Melbourne auf dem Camingplatz angekommen. Anfangs waren wir von der Stadt und den vielen Hochhäusern so beeindruckt, dass wir gar nicht wirklich drauf geachtet haben, wo wir hinfahren. Aber Michaelas Karten-Lese-Kunst und mein Orientierungssinn (schließlich bin ich ja Geographin!) haben uns ans Ziel gebracht! Ihr merkt, unser Verstand arbeitet manchmal doch noch…  So, und am Wochenende geht’s erstmal zum Shoppen – oder wofür ist man sonst in Melbourne?

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Nach der Party in die Wüste

Da schick‘ ich mich in die Wüste und ihr glaubt es kaum – es regnet! Und zwar nicht nur ein paar Tropfen, sondern so richtig und durchgehend! Schon bei der Ankunft in der Outback-Stadt Alice Springs empfing uns mehr feuchte Wärme als trockene Hitze. Aber OK, nicht aus der Ruhe bringen lassen, schließlich sind Kings Canyon und Uluru (Ayers Rock) nochmal gute 600 Kilometer weg – und da kann sich ja wettermäßig so einiges tun… Aber nö… deshalb gehören Michaela (ach ja, sie ist letzte Woche übrigens gut in Australien angekommen!!) und Ich jetzt zu den drei Prozent an Touristen, die Kings Canyon und Uluru im Regen gesehen haben. :-) Trotzdem, muss ich sagen, war die Tour auf alle Fälle ihr Geld wert: An allen Tagen waren wir viel zu Fuß unterwegs und haben die wohl bekanntesten Felsformationen der Welt aus der Nähe erkundet (Nein, auf den Uluru sind wir nicht hochgeklettert, schließlich würden wir zuhause ja auch nicht auf einen Hochaltar hinaufsteigen!). Natürlich wäre es nochmal richtig toll gewesen, den Ayers Rock im Sonnenuntergang bzw. –aufgang in unterschiedlichem Licht zu sehen, aber man kann auch nicht alles haben! Außerdem hatten wir deshalb Glück mit den nervigen Fliegen, die im Outback ihr Unwesen treiben: statt 1000 Millionen waren es nur 999 Millionen, die um uns rumgeschwirrt sind und zwar die ganze Zeit. Deshalb auch die albernen Fliegennetze…  Insgesamt aber hat’s mir auch im Regen und trotz der Fliegen gefallen. :-)  Und als Zeltlager-Erfahrene war es auch nicht weiter schlimm, die beiden Nächte zwar unter einem Dach, aber im Freien zu verbringen.

Ach ja und ihr wisst ja noch gar nicht, wie es mir nach Perth so ergangen ist. Also erstmal hab ich mir mit der blöden Klimaanlage im Flieger nach Adelaide mal wieder eine Erkältung eingefangen (ich huste immer noch, wobei die vier nass-kühlen (ich will nicht sagen „kalt“, weil 22 Grad sind halt mal nicht „kalt“) Tage im Outback da nicht unbedingt hilfreich waren!!). Aber das bisschen Halskratzen hat mich jetzt auch nicht davon abgehalten, das vorletzte Wochenende so richtig durchzufeiern (ein Danke an die Schweiz ;-) ). Aber man muss es ja auch ausnutzen, wenn eines der größten Festivals in Australien just an dem Wochenende in Adelaide startet: Fringe 2010. Los ging’s mit einer bunten Parade durch die City und weiter mit vielen Kleinkünstlern, kostenlosen Konzerten und jeder Menge gutgelaunter Leute auf den Straßen… Spaß und Party pur! :-)  

Und nach dem Wochenende ist dann eh schon die Michaela (meine Freundin aus Kaufbeuren, für alle, die die sie nicht kennen!) gekommen und seitdem genießen wir Australien zusammen. An ihrem ersten Tag in OZ hab ich sie gleichmal auf das Festival geschleppt – ich mein‘, wer ist schon gejetlagt oder müde nach gut 30 Stunden Flug …?! Da musste sie durch und hat’s auch ganz gut überstanden. Die Tage danach sind dann auch nicht ruhiger geworden: Erst ging’s noch durch Adelaide, dann zur Nanna Dorn-Zachertz (die Feldafinger könnten sie vielleicht kennen), die jetzt mit ihrem Freund in Adelaide wohnt (Danke für den leckeren Apfelstrudel!!) und am nächjsten Tag eh schon in die Wüste… Ihr seht, langweilig wird’s mir in den letzten zwei Wochen meines Australien-Abenteuers ganz bestimmt nicht! :-)

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Meine letzten Tage in West-Australien

Verzeihung, liebe Leser, ich war ein bisschen nachlässig – aber zu meiner Verteidigung, die Zeit rast im Moment aber auch – oder etwa nicht? ;-)  Jedenfalls bin ich gerade auf dem Weg nach Adelaide – ja ich schreib’ mal wieder aus dem Flugzeug, da hat man ja auch sonst nichts zu tun. Der Film „Bran nu dae“ (gar nicht schlecht!) ist schon vorbei und mein Buch mag ich grad nicht lesen… Aber euch interessiert ja eh viel mehr, was ich in den vergangenen zehn Tage so erlebt habe…

Also erstmal hab ich mein Handy ins Klo fallen lassen, was nicht sonderlich intelligent war: Kurzschluss! Hab so alle meine australischen Kontakte verloren, weil die nur auf dem Handy und nicht der SIM-Card gespeichert waren. Die deutschen sind Gott sei Dank noch auf der deutschen Sim-Card, aber die kann ich zurzeit nicht abrufen, weil ich ein vodafone-gesimlocktes-Handy gekauft hab (war billiger!!) und zuhause ja bei O2 bin… Aber ok, passiert ist das Ganze in Albany, eine wunderschöne kleine Stadt im Süden West-Australiens. Dort hab ich dann auch Ian (Irland) und Marc (Hannover) wieder getroffen, die beiden waren davor schon im selben Hostel in Esperance. Und weil man ohne Auto an der südlichen Westküste nicht soweit kommt, hab ich mich mal ganz frech bei denen in den kleinen, alten Honda Civic eingeladen – wir waren dann noch einen Tag an verschiedenen Stränden in Albany unterwegs und sind schließlich an der Küste entlang nach Augusta gefahren.

Die Strecke dorthin war wunderschön: Grüne Hügel, Weingärten und viele riesig hohe Bäume (bis zu 70 Meter), auf die man unter anderem auch hochklettern konnte – ich hab ja wirklich keine Höhenangst, aber mehr als bis zur Hälfte hab ich mich nicht getraut… gruselig!
In Augusta haben wir nur eine Nacht übernachtet und sind am nächsten Tag weiter in die Surfer-Stadt Margaret River (wieder ein super netter Ort!), dort haben wir nur noch ein „Cabin“ auf einem Caravanpark bekommen – auch gut! Aber die Jungs waren nicht so glücklich, generell war die Stimmung irgendwie anstrengend, so dass ich entschieden hab, nicht mehr mit den beiden weiter zureisen. Ein Anruf bei Craig, den hab ich in Northam kennen gelernt als er dort arbeiten war, hat genügt und er hat mich abgeholt! Er wohnt ja eh im Nachbarort von Margaret River – gut nur, dass ich von dem eine Visitenkarte hatte… Super war auch, dass er und sein Kumpel Triggy vor hatten, nach Northam zum Pferderennen zufahren – da bin ich dann natürlich mit. Da Craig selbst ein paar Pferde besitzt (ich muss dazu sagen, dass er als Baumpfleger ein gut gehendes eigenes Geschäft mit 20 Angestellten hat!!), sind wir erst nach Perth und haben den Pferdetrainer inklusive Pferd abgeholt und  sind dann weiter nach Northam gefahren. Die Leute dort waren ganz schön überrascht, als ich da plötzlich aufgetaucht bin – aber es war voll nett!! In der Nacht sind wir dann wieder zurück nach Perth und haben dort im Haus von Pferdetrainer Gerald übernachtet – ich hatte mein ganz eigenes Zimmer *luxus*! :-)

 Am nächsten Tag – ein Sonntag – sind wir zur Pferdeauktion in Perth: Leider konnte ich das anfangs gar nicht so genießen, weil ich recht schlecht beieinander war vom Tag vorher… Aber auf die neuen Pferde (Craig hat zwei neue gekauft – für 30000 Dollar!) konnte ich dann schon wieder mitanstoßen. Am Abend haben wir wieder beim Pferdetrainer übernachtet und am nächsten Tag hab ich die beiden Herren zurück nach Busselton gefahren, weil Triggy diesmal noch nicht so gut beieinander war und Craig im Moment keinen Führerschein hat. Naja, den Tag über war ich dann mit Craigs Auto in der Gegend unterwegs (wunderschön!) und beim Shoppen.

Am nächsten Tag hab ich mich wieder zurück nach Perth gefahren… In den vergangenen zwei Tagen hab ich mich unter anderem mit Russya Connor (ehemals Sandra Otto) aus Tutzing getroffen und mir – nach fast drei Monaten an der Westküste Australiens – den Sonnenuntergang am Meer angeschaut – leider alleine aber dafür mit ner Flasche Carlton Dry und Sushi-to-take-away! Yummie! :-)

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Mein goldiger Weg ins dritte Kapitel

Endlich – ich bin wieder auf Tour! Am Dienstag hab ich das Kapitel Northam abgeschlossen und mein drittes und letztes Kapitel in Australien angefangen! Von Northam ging’s mit dem Zug etwa fünf Stunden-lang durchs Outback nach Kalgoorlie – eine alte Goldminenstadt mitten im Nirgendwo. Der Umgangston in der „goldenen Stadt“ ist ein bisserl rauher als in den Orten und Städten, in denen ich sonst so gewesen bin – naja die Minenarbeiter, die hier vorwiegend leben und natürlich auch arbeiten, dürfen natürlich nicht zimperlich sein! So hat es mich auch nicht gewundert, dass in der Straße, in der das Hostel ist, gleichmal drei „Brothels“ nebeneinander waren – alle haben sich damit gerühmt der älteste Puff der Stadt zu sein… :-)

Ansonsten ist Kalgoorlie eine großflächig angelegte Stadt – den Platz haben sie ja – mit einer großen breiten Hauptstraße in der Mitte, ein paar wild-west-oben-ohne-Bars, bekannten Fastfood-Restaurants und allem, was man halt sonst noch so zum Leben braucht – aber das wars dann auch schon!

Ach ja, die Goldmine natürlich – Lebengrundlage von allen, die dort im Outback ihr Dasein fristen und das große Geld mit dem Gold machen (wollen) – lustig ist es dort bei den heißen Temperaturen nämlich nicht ! Und die Goldmine ist mal riesig: Die ist mittlerweile über 100 Jahre alt und etwa 100 Meter tief – ein fettes Loch in der Erde, kann ich euch sagen! Ich hab die so genannte Super Pit Tour mitgemacht, während der wir mit dem Bus (15 Leute oder so) durch das Minen-Areal gefahren sind und von oben runter den Arbeitern mit ihren großen Trucks und Baggern zugeschaut haben. Leider sind wir nicht auch ein Stückchen runtergefahren, aber das ist bestimmt zu gefährlich. Ein Erlebnis war es so auch alle mal!

Mittlerweile bin ich aber schon wieder raus aus dem Outback und am Meer in Esperance. Werd jetzt in den nächsten Tagen an der Küste zurück nach Perth gondeln! Bin schon sehr gespannt, was mich auf dem Weg dorthin so alles erwartet….

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Happy Birthday Australia!

Ja genau, Australien hat heute Geburtstag! Und ihr werdet es kaum glauben, es gab Barbecue zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen!!! Losgegangen ist alles um 8 Uhr morgens (!) mit einem offiziellen Empfang der Gemeindeverwaltung im Park von Northam! Die „Hotdogs“, die dort verteilt wurden, waren natürlich gratis! Außerdem wird am Australia Day auch der Australier des Jahres gekührt. Dieses Jahr ist es ein relativer unbekannter Psychologe aus New South Wales geworden. Und alle Leute, die australische Bürger werden wollten und die Genehmigung von der Regierung auch bekommen haben, sind das heute geworden. In Northam waren das sieben Frauen und Männer: Nach einem kurzen Eid wurden sie in die Gemeinschaft der Australier aufgenommen – kurz, schmerzlos und unfeierlich! Dann noch kurz die Australien-Hymne und um 9.30 Uhr war die ganze Zeremonie vorbei  – und das an einem Feiertag und ohne Bier!!

Ich hab dann um 11 Uhr zum Arbeiten angefangen, während mein Chef das Mittags-BBQ vorbereitet hat. Eigentlich hat er vor der Tür nur einen Grill aufgebaut, und die Würstel und Lamm-Steaks – in eine Semmel eingezwickt – (wieder) kostenlos an alle Passanten verteilt! Ansonsten haben wir alle noch viiieeeellll Bier getrunken und Australiens Geburtstag gefeiert. An dem Tag wird daran gedacht, wie das erste Schiff mit Gefangenen von Europa in Sydney angekommen ist und Australien somit „gegründet/entdeckt“ wurdet – komisch, dass den „Australia Day“ nur Weiße feiern…….

Am Abend haben dann alle wieder mit den Familien zusammen gegrillt usw… eigentlich wär ich auch bei einem BBQ eingeladen gewesen, aber das ist dann kurzfristig abgesagt worden – und ganz ehrlich, es wär’ bestimmt lustig gewesen, aber so traurig bin ich jetzt auch nicht, zweimal am Tag grillen langt irgendwie…

Und für alle, die in den vergangenen Wochen einen  Blog-Eintrag vermisst haben: Ich war einfach hier in Northam und hab’ gearbeitet, gelesen, gesportelt und sonst nichts erlebt – ach so ja, einmal war ich im Kino und hab Avatar in 3 D angeschaut und einmal bin ich mit ein paar Leuten in den Nachbarort gefahren und hab’ dort zu Abend  gegessen – nicht wirklich spannend also! Aber nächste Woche um die Zeit bin ich wieder unterwegs und raus aus Northam und dann werd‘ ich wieder öfters berichten! Versprochen!

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Von Fitnesstudio und Pferderennen

Mittlerweile fühl‘ ich mich hier in Northam echt ein bisschen zuhause: Ich kenn‘ die Leute, die immer überall sind, weiß das ein oder andere Geheimnis (zum Beispiel, wer mit wem auf dem Schreibtisch vom Chef – ja wirklich ! – und der Chef ist auch noch Regierungsabgeordneter… tststs…). Aber trotzdem kann ich’s kaum erwarten, bis es wieder losgeht: Bin jetzt noch bis 1. Februar am Arbeiten, werd‘ mir dann ein, zwei Tage gönnen, um meinen Rucksack usw. wieder auf Vordermann zu bringen und dann geht’s los: Zuerst zwei Wochen in den Südwesten, dann evtl. nach Melbourne (hängt ein bisserl davon ab, ob die Sandra nach Australien kommt oder nicht!), sicher ist dann wieder Adelaide am 23. Februar (da landet nämlich die Michaela!!) und dann Ayers Rock, Great Ocean Road, Sydney und ab nach Hause – man ist gar nimmer so lange!

Ansonsten bin ich das erste Mal in meinem Leben ein Fitnessclub-Mitglied geworden. Das Schwimmbad hängt mir nämlich schon langsam zum Hals raus – da sind jetzt immer so viele Kinder, die Sommerferien haben, und außerdem gehört schwimmen ja eh nicht zu meinen Lieblingssportarten. Im Fitnesstudio haben sie jeden Morgen ein anderes Angebot: Bodypump, Bodystep oder Bodybalance. War schon bei allen dreien und werd‘ das hoffentlich auch die nächsten Wochen durchhalten! Positiver Nebeneffekt – (neben dem Fit-werden natürlich): Ich muss in der Früh aufstehen und bleib nicht einfach liegen bis ich arbeiten muss (fang meistens um 11 Uhr an!!!).

Ein anderes erstes Mal hatte ich diese Woche außerdem schon: Ich war beim Pferderennen. Hier ist Pferderennen so eine Art Volkssport – also eher das Mit-Wetten. Alle drei bis vier Wochen findet deshalb auch ein Rennen in Northam statt. Das ist echt sehr witzig: Hab zum Beispiel beobachtet, dass ein Papi für seine ganze Familie gewettet hat und die Kinder dann die Wettzettel ziehen durften. Hab mich dieses Mal noch zurückgehalten, aber am 16. Ist Northam-Cup, da werd ich mich dann wohl auch mal beim Wetten versuchen. :-)

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Endlich frei! :-)

Endlich mal frei! Die vergangenen beiden Wochen waren  nämlich ganz schön anstrengend – vor allem für mich, die mehr als zwei Monate nichts anderes gemacht hat als Urlaub! :-)  Jedenfalls hatte ich zwei Tage frei und hab die Gelegenheit genutzt, auch mal aus dem Pub beziehungsweise der Stadt rauszukommen. Nick, der schwedische Backpacker, der in der Küche arbeitet, und ich durften uns das Auto von einem unserer Gäste (thanks to Michael Hogg!!) ausleihen und sind zum so genannten Wave-Rock gefahren. Das ist ungefähr 300 Kilometer (die einfache Fahrt hat bisserl länger als drei Stunden gedauert) von Northam weg, und hätte das Auto nicht so eine gute Klimaanlage gehabt, wären wir wohl auf dem Weg dorthin eingegangen. Hatten uns für unseren Ausflug das beste Wetter ausgesucht: 46 Grad, schwül und windig… Im Auto haben wir davon aber nicht so viel gemerk t -Gott sei Dank!

Die Landschaft um Northam herum ist ziemlich eintönig: Ein paar Hügel, riiieeesige Getreidefelder und gaaannnnzzzz viele Schafe :-) . Jetzt weiß ich auch,warum die Gegend hier:  „Wheatbelt“-Region heißt! Und Silos haben die – Wahnsinn!!!

Der Wave-Rock an sich war dann aber ganz imposant: Auf einer Länge von mehr als 100 Metern und einer Höhe von 20 Metern haben Sand, Wind und Wasser den Fels erodiert, so dass er jetzt aussieht wie eine Welle. Ansonsten gibt’s dort noch einen kleinen Salzsee, der ganz faszinierend war, und einen Wildlife-Park, den wir uns besser hätten sparen sollen, denn die Tiere sahen nicht gerade glücklich aus. :-(

Auf dem Weg zurück haben wir dann die Hiobsbotschaft im Radio gehört: Bushfeuer im Nachbarort Toodyay. Das ist zwar 30 Kilometer weg, aber das Feuer hat sich zu dem Zeitpunkt mit sechs bis neun Kilometern pro Stunde ausgebreitet!! Jedenfalls sind bis heute ungefähr 30 Häuser abgebrannt und die Bewohner wurden in die Turnhalle von Northam evakuiert. Mittlerweile ist das Feuer zwar unter Kontrolle, aber es brennt immer noch. Der heiße Wind hat natürlich gestern sein übriges getan. Heute ist es wenigstens bisserl kühler und nicht mehr so windig. Trotzdem, die Rauchfahne hängt auch über Northam und es ist ein komisches Gefühl, zu wissen, dass das Feuer so nah ist, und nicht wie sonst „nur“ eine Nachricht im Fernsehen. :-(

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Weihnachten mal anders!

Das ist schon immer so eine Sache: Da bereitet man sich ewig auf Weihnachten vor und „Schwupps!“ ist alles vorbei! Schon als ich nach Australien geflogen bin, konnte man in den deutschen Supermärkten Schoko-Nikoläuse kaufen und in den australischen Stores haben sie Plastik-Christbäume und aufblasbare Schneekugeln angeboten! Jetzt jedenfalls waren das Christkind und Santa Claus endlich da – und ich hab gar nicht mal soviel mitbekommen.  Musste nämlich sowohl am 24. als auch am 25. Dezember arbeiten – und morgen zur Abwechslung gleich nochmal, aber das ist gut so, dann kann ich schon kein  Heimweh oder so bekommen!

Die Australier jedenfalls machen an Weihnachten ungefähr das Gleiche wie wir – hier in der Stadt ist so gut wie alles ausgestorben, weil jeder zu Verwandten gefahren ist. Dort wird dann entweder gegrillt (das tun wir natürlich nicht!!) oder es gibt das traditionelle Weihnachtsessen mit Turkey und so weiter. Ansonsten wird relaxed und Bier getrunken!  Bei uns im Restaurant haben wir auch Riesen-Lobster  serviert und ganz viel Nachspeise (Lecker!!!). Geschenke gibts hier am 25. in der Früh – die hat dann Santa Claus gebracht. Nur für mich war dieses Jahr keins dabei – die Abstimmung zwischen Christkind und Santa Claus scheint wohl nicht so gut zu funktionieren (naja, wahrscheinlich haben die beiden gar keine Schuld: Die australische Post hat nämlich gestreikt!!!)!  

Trotzdem war Weihnachten echt nett: Unser Chef hat dafür gesorgt, dass wir sowohl gestern Abend was feines zu Essen bekommen haben. Außerdem hat er uns Angestellten auch ein kleines Geschenk gegeben und free-drinks…  und auch heute, nachdem die Leute gegangen sind,haben wir uns nochmal zusammen gesetzt und auf Weihnachten angestoßen und feines Essen gehabt. Achso, wenn ich von „wir“ rede, dann sind das Ciara aus Irland, Nick aus Schweden, Simon aus Northam, Neil aus Brisbane, Helen aus Northam und Patrick – der Chef! Von daher war’s dann echt ganz nett!

Bin nach der letzten Woche jetzt aber echt bisserl ko und von daher ist es überhaupt nicht schlimm, dass ich schon um 17 Uhr Schluss gehabt habe und den ganzen Abend für mich habe!

Ach ja und zur Erklärung der Bilder: Jedes Jahr am 24. Dezember abends versucht Partrick, den Weihnachtsstern am Christbaum anzubringen – hat heuer erst nach ein paar Minuten geklappt und außerdem haben die hier so genannte Christmas-Cracker (so eine Art Überraschungstüte in der Größe einer Klorolle,die links und rechts zugebunden ist, und die einen Knall macht, wenn man sie aufreißt). Innendrin gibt’s dann immer ein kleines Spielzeug, einen Witz und eine Krone – siehe Bild von Ciara und mir. Die Kronen haben die Leute dann wirklich den ganzen Tag auf…. sehr witzig!

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Das wahre Australien!

Jetzt bin ich wohl im richtigen Australien angekommen: Innerhalb der letzten Woche hab ich mehr Aussies kennen gelernt als bisher auf meinem ganzen Trip. Bin zurzeit in Northam zum Arbeiten. Die Stadt – mit allen dazugehörigen Farmen etwa 7000 Einwohner – liegt 100 Kilometer nord-östlich von Perth am Avon River. Northam an sich hat, außer echtes australisches Leben, was mir ja schon genug ist, nicht wirklich viel zu bieten: Ein paar Geschäfte, ein paar Pubs und Restaurants – und ein Schwimmbad (muss mal wieder bisschen Sport machen und nachdem es zum Laufen zu warm ist, geh ich jetzt halt schwimmen!).

 In einem der Pubs (Fitzgeralds Hotel) arbeite ich jetzt die nächsten sechs (oder vielleicht acht) Wochen. Zu dem kleinen Hotel gehören ein Restaurant und eine Bar. Ich bin so gut wie für alles zuständig (putzen muss ich nicht!):Also Bestellung aufnehmen, bedienen, Bier einschenken, Teller abräumen, kassieren usw…. also genau das, was ich im Andechser Hof (Tutzing) oder im Rockcafé (Feldafing) gemacht habe. Nur werden mich meine Chefs dort nicht mehr so gerne sehen: Wenn ich die sechs Wochen hier nämlich rumhab, kann ich kein normales Bier mehr einschenken (Sorry, Sascha!!). Standardsatz meiner Gäste ist: „No foam!!“ Echt, die Gläser müssen bis obenhin gefüllt sein – geht mal gar nicht!

Aber an sich ist es ganz nett hier: Irgendwie scheint es überall auf der Welt das Gleiche zu sein. Es gibt ein paar Leute an der Bar, die sind immer da und stink beleidigt, wenn man nach dem ersten Mal Bier einschenken nicht sofort und für immer weiß, welche Sorte sie trinken (und hier in OZ gibt es echt viele Sorten Bier….). Naja, aber ich weiß mittlerweile wie die ticken, und sie wissen, wie sie mit mir umgehen können – auch wenn es hin und wieder zu Sprachmissverständnissen kommt: Weil Aussie-Englisch und tiefstes Aussie-Englisch halt doch zwei Paar Stiefel sind.  Die meisten (auch die Restaurantgäste!!) sind aber super nett und freundlich und sagen mir ihre Bestellung, wenn’s sein muss, ein zweites (und manchmal auch ein drittes) Mal.  Im Gegenzug muss ich jedem meine Geschichte erzählen und erklären, warum ich genau in der Provinzstadt Northam gelandet bin…

Mein Chef – Patrick aus Irland – ist auch ok, wie Chefs halt so sind. Sie haben ihre Grunsätze und die muss man beachten und alles ist gut! ;-)  Ich durfte heute sogar den (Plastik!!!-) Christbaum nach meinen (ziemlich kitschigen) Vorstellungen schmücken.

Ansonsten ist’s hier sauheiß: Hatten am Wochenende 44 Grad. Aber Gott sei Dank ist die Luft so trocken, dass es einem gar nicht so schlimm vorkommt. Was ich jetzt aber besser versteh, ist die Buschfeuer-Problematik (nicht weit von der Stadt brennt’s schon!!) – am Wochenende bin ich mir vorgekommen, als ob ich die ganze Zeit vor einem Haartrockner stehe…

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