15. Dezember 2009

Das wahre Australien!

Jetzt bin ich wohl im richtigen Australien angekommen: Innerhalb der letzten Woche hab ich mehr Aussies kennen gelernt als bisher auf meinem ganzen Trip. Bin zurzeit in Northam zum Arbeiten. Die Stadt – mit allen dazugehörigen Farmen etwa 7000 Einwohner – liegt 100 Kilometer nord-östlich von Perth am Avon River. Northam an sich hat, außer echtes australisches Leben, was mir ja schon genug ist, nicht wirklich viel zu bieten: Ein paar Geschäfte, ein paar Pubs und Restaurants – und ein Schwimmbad (muss mal wieder bisschen Sport machen und nachdem es zum Laufen zu warm ist, geh ich jetzt halt schwimmen!).

 In einem der Pubs (Fitzgeralds Hotel) arbeite ich jetzt die nächsten sechs (oder vielleicht acht) Wochen. Zu dem kleinen Hotel gehören ein Restaurant und eine Bar. Ich bin so gut wie für alles zuständig (putzen muss ich nicht!):Also Bestellung aufnehmen, bedienen, Bier einschenken, Teller abräumen, kassieren usw…. also genau das, was ich im Andechser Hof (Tutzing) oder im Rockcafé (Feldafing) gemacht habe. Nur werden mich meine Chefs dort nicht mehr so gerne sehen: Wenn ich die sechs Wochen hier nämlich rumhab, kann ich kein normales Bier mehr einschenken (Sorry, Sascha!!). Standardsatz meiner Gäste ist: „No foam!!“ Echt, die Gläser müssen bis obenhin gefüllt sein – geht mal gar nicht!

Aber an sich ist es ganz nett hier: Irgendwie scheint es überall auf der Welt das Gleiche zu sein. Es gibt ein paar Leute an der Bar, die sind immer da und stink beleidigt, wenn man nach dem ersten Mal Bier einschenken nicht sofort und für immer weiß, welche Sorte sie trinken (und hier in OZ gibt es echt viele Sorten Bier….). Naja, aber ich weiß mittlerweile wie die ticken, und sie wissen, wie sie mit mir umgehen können – auch wenn es hin und wieder zu Sprachmissverständnissen kommt: Weil Aussie-Englisch und tiefstes Aussie-Englisch halt doch zwei Paar Stiefel sind.  Die meisten (auch die Restaurantgäste!!) sind aber super nett und freundlich und sagen mir ihre Bestellung, wenn’s sein muss, ein zweites (und manchmal auch ein drittes) Mal.  Im Gegenzug muss ich jedem meine Geschichte erzählen und erklären, warum ich genau in der Provinzstadt Northam gelandet bin…

Mein Chef – Patrick aus Irland – ist auch ok, wie Chefs halt so sind. Sie haben ihre Grunsätze und die muss man beachten und alles ist gut! ;-)  Ich durfte heute sogar den (Plastik!!!-) Christbaum nach meinen (ziemlich kitschigen) Vorstellungen schmücken.

Ansonsten ist’s hier sauheiß: Hatten am Wochenende 44 Grad. Aber Gott sei Dank ist die Luft so trocken, dass es einem gar nicht so schlimm vorkommt. Was ich jetzt aber besser versteh, ist die Buschfeuer-Problematik (nicht weit von der Stadt brennt’s schon!!) – am Wochenende bin ich mir vorgekommen, als ob ich die ganze Zeit vor einem Haartrockner stehe…

9. Dezember 2009

Weihnachts-Workaholic?

Jetzt kann’s losgehen: Der Rucksack ist mal wieder gepackt und ich warte darauf, dass ich in den Zug nach Northam steigen kann. Wenn alles gut geht, dann ist Northam mein „Zuhause“ für die nächsten sechs oder acht Wochen. Hab nämlich hier in Perth über eine kostenlose Backpacker-Jobvermittlung einen Waitress-Job in einem Restaurant/Bar/Hotel bekommen. Was es genau ist, weiß ich ehrlicherweise noch gar nicht… :-) Nur, dass es laut Inhaber über Weihnachten sehr „busy“ wird… also mal wieder ein Weihnachtsabend in einer Kneipe? ;-)

Auf dem ganz normalen Arbeitsmarkt einen Job zu finden, war/ist auch hier jedenfalls nicht wirklich einfach. Na klar, wer will auch jemanden einstellen, der nach ein paar Wochen wieder abhaut? In den vergangenen Tagen hab ich aber nichts desto trotz einige Bewerbungen losgeschickt und weder vom Drive-In-Coffee-Shop, noch von der Eisdiele oder einem Delikatessen-Laden Antwort bekommen. In dem Delikatessen-Geschäft (getrocknete Früchte, Nüsse, Oliven, Käse usw.) hab ich sogar Probe gearbeitet, aber auch die haben sich nicht mehr gemeldet – aber das Shop-Asisstent-wanted-Schild, das sie im Schaufenster haben, steht immer noch da! Egal, ich fahr jetzt heute Abend in meinen Country-Pub!

Ansonsten mag ich Perth sehr gerne: Ein kleine Großstadt mit vielen netten Geschäften und einem riesengroßen Park (Der Kingspark ist sogar größer als der Hyde Park…sagen die Aussies zumindest!). Trotz allem hab ich festgestellt, dass ich hier so wenige Fotos gemacht hab, wie schon lange nicht mehr – keine Ahnung warum. Schätz mal, dass ich immer im Hinterkopf habe, dass ich ja eh länger da bin. Wie gesagt: Mal sehen!

Auch das Hostel ist nett: So ein vergleichweise altes Haus im Colonial-Stil, dass immer sauber und gepflegt ist und vor allem auch nicht so groß ist. Ach ja, weihnachtliche Stimmung macht sich hier auch so langsam breit: „Last Christmas“ läuft in den Geschäften hoch und runter und die Fußgängerzone ist mit viel Blink-blink auch GANZ romantisch Amerika-like geschmückt… Trotzdem ist es komisch, im Straßencafé unter Weihnachtsbeleuchtung im kurzen Rock einen Eiskaffee zu trinken!!

2. Dezember 2009

Das erste Drittel ist schon vorbei…

Man… die Zeit rennt ganz schön!! Ich bin jetzt schon mehr als zwei Monate in Australien, was soviel heißt, als dass das erste Drittel meines Abenteuers schon vorbei ist… Wahnsinn!

Aber ich habe ja auch viel erlebt in den vergangenen acht Wochen: Bin in der Zeit von Sydney nach Cairns gereist, hab sehr viele interessante und tolle Leute kennengelernt und wirklich ganz viele tolle Australien-Hotspots gesehen. Wobei ich ehrlich sagen muss, manche Ort waren mir fast ein bisserl zu touristisch mit zu vielen „partygeilen“ Backpackern (ja na klar, oft war ich selber dabei beim Oparty machen…). Trotzdem habe ich es (meistens) genossen. Besonders gut gefallen haben mir bisher die abwechlsungsreichen Landschaften – von sehr trockenen Gebieten im Süden bis hinzu tropischem Regenwald im Norden-, die vielen Nationalparks mit der für uns so fremden Vegetation, die zum Teil Kilometer langen Strände und natürlich das Meer. Bin mal gespannt, ob ich das Meer, wenn ich wieder daheim bin, vermissen werde. Denke schon, denn man gewöhnt sich sehr schnell daran, mal schnell ans Meer zu gehen, eine Runde zu schwimmen oder nur den Blick zu genießen. Ich weiß, wir haben einen wunderschönen See zuhause, aber Meer ist halt anders.  

Gerade im Moment bin ich auch wieder auf dem Weg ans Meer – diesmal aber auf der Westseite Australiens: Sitz gerade im Flugzeug nach Perth (von Cairns etwa sieben Stunden Flugzeit). Dort beginnt dann der mittlere Abschnitt meiner Reise. Möchte in Perth unbedingt etwas arbeiten. Und die Bedingungen scheinen ganz gut zu sein, denn alle Leute fliegen gerade in die andere Richtung – nach Sydney zum Weihnachten und Silvester feiern. Wär natürlich schon super, auch dort zu sein, aber ehrlicherweise ist es mir zu teuer. In meinem Sydneyer Hostel verlangen sie das dreifach als zu der Zeit als ich dort war…. Aber Perth wird bestimmt auch toll. Soll eine wunderschöne Stadt sein.

Mitte, Ende Januar (je nachdem wie schnell ich wie viel verdient habe….) geht’s dann zurück in die Mitte Australiens: Alice Springs (Ayers Rock), Adelaide, Melbourne, Canberra und Sydney ist so die grobe Planung…

28. November 2009

Ich glaub ja, wilde Tiere gibt’s hier gar nicht…

Grün, grüner am grünsten – so kann ich meine letyte Woche beschreiben. Je weiter ich in den tropischen Norden gekommen bin, umso grüner ist es geworden. Eigentlich klar, oder? Viel Regen plus viel Sonne ergibt gute Wachstumsbedingungen und Regenwald.

Nach meinem Segeltörn bin ich so erst einmal nach Magnetic Island, einer kleinen Insel im Meer vor Townsville gefahren. Dort war es es sehr ruhig (abgesehen davon, dass an einem Abend die Hölle los war, weil zig-viele Aussie-Teenagger ihren Schulabschluss gefeiert haben…), sehr hügelig und richtig nett! Bin mit Marcel (hab ich auf Fraser Island das erste Mal getroffen) und ein paar anderen Leuten viel zu Fuß unterwegs gewesen. Die Landschaft dort war echt einmalig! Ein einziger Wermjutstropfen ist nur, dass ich immer noch keinen echten Koala gesehen habe. Dabei haben sie in der Touri-Broschüre versprochen, dass man auf Magnetic Island sicher Koalas sieht. Ich war echt viel unterwegs, aber Koalas hab ich leider nicht gesehen.

Noch grüner und noch üppiger ist es jetzt in Cairns. In den vergangenen Tagen hat’s auch schon ziemlich viel geregnet – bei 30 Grad. Es regnet hier dann so ne halbe Stunden und danach ist’s wieder schön – also eigentlich ganz aushaltbar.

Anfangs habe ich mir gedacht: „Oh Mann, was machst du jetzt bloß fast eine ganze Woche in Cairns?“ Alle hatten mir nämlich gesagt, dass man für Cairns nur ein paar Tage einplanen sollte… Jetzt jedenfalls denk ich mir, warum hab ich bloß eine Woche? Flieg am Dienstag (1. Dezember)  ja schon nach Perth weiter… Die letzten Tage sind aber auch vergangenen wie im Flug.

Hab mich am ersten Abend nochmal mit Heleen (Holland) getroffen, war ihr Abschiedsabend und sie am zweiten Tag noch zum Bus gebracht. Kurz darauf hab ich dann Andrea (Fraser Island) wieder getroffen, die ein paar andere Leute im Schlepptau hatte. Zusammen sind wir dann in den botanischen Garten und auf eine kleine Wanderung. Naja und in den vergangenen zwei Tagen hatten wir uns ein Auto gemietet und sind durch North Queensland gedüst. Insgesamt waren wir zwischen Cape Tribulation und Tablelands knapp 600 Kilometer unterwegs. Und es war richtig gut: Sind durch viele Regenwald gewandert, haben seltene Libellen gesehen, leckeres Eis gegessen, in Wasserfall-Lagunen gebadet und jede Menge Spaß gehabt.  Schade nur, dass ich wieder keine wilden Tiere gesehen habe – keine Krokodile, keine Cassowary (so ein großer Laufvogel). Ich glaub, ja langsam die ganzen Tiere gibt’s hier gar nicht, oder sie verstecken sich vor mir!

Jetzt ist schon Samstagabend… Werd morgen wohl nochmal einen kleinen Ausflug machen, dann ist schon Montag (Wäsche-wasch-Tag) und dann geht’s auf nach Perth….

22. November 2009

Der Traum von Whitehaven – oder als ich meine Fischphobie entdeckt habe

Was haben eine Dekorateurin, zwei Ärzte, zwei Studenten, ein Umwelttechniker, eine Versicherungsangestellte, eine Museumswärterin, eine Fotografin, zwei Engländer und eine Journalistin gemeinsam? Richtig – alle haben den gleichen Segeltörn durch die Whitsundays gebucht! Zwei Tage, zwei Nächte auf der ehemaligen Racing-Yacht „Silent Night“ mit nur zwölf Leuten standen auf dem Programm. Die Ausstattung des Rennboots war entsprechend einfach, aber wer denkt angesichts des türkisschillernden Wassers und der schneeweißen Strände auch an Duschen oder Körperpflege? Ok, ok – meine Zähne habe ich trotzdem zweimal am Tag geputzt!

Los ging’s erst einmal mit Segeln, wobei ich da nicht so eine große Hilfe war (ein Großteil der anderen aber auch nicht!!). Auf der Seite des Boots sitzend haben wir deshalb das Wasser und die Sonne genossen. Am Abend haben wir schließlich an der so genannten Hook-Passage Halt gemacht und den Sonnenuntergang angeschaut (amazing!). Den Abend verbringt man dann mit Bier trinken, quatschen und Sterne schauen (richtig cool, weil richtig viele!)! Hab so viele Sternschnuppen gesehen, dass ich nach der ersten Stunde nicht mehr wusste, was ich mir noch wünschen soll!

Am zweiten Tag waren wir ab etwa 7 Uhr wieder unterwegs: Auf zu einem Spaziergang nach Whitehaven Beach! Fast wolkenloser Himmel, glasklares Wasser und schneeweißer Sand – mehr brauch ich wohl nicht zusagen. Getrübt wurde die Freude lediglich, dass wir nur mit so ultrahübschen Taucheranzügen ins Wasser durften – Quallengefahr und andere böse Meerestiere! Aber nachdem jeder die „Stingersuits“ anhatte, war das nicht mehr so tragisch. Am Nachmittag ging’s dann weiter zum Schnorcheln . Hab das früher ja wirklich oft gemacht, aber das letzte Mal wohl in Ägypten… Naja, jedenfalls hat’s ein bisserl gedauert, bis ich mich mit Taucherbrille und Schnorchel wohlgefühlt habe. Die Aussicht auf Korallen und sonstigen Schönheiten des Great Barrier Reefs waren dann aber überwältigend. Hatte nur leider keine Unterwasserkamera dabei. Der dritte Stopp des Tages wurde uns dann angekündigt mit: „Ihr werdet euch fühlen wie im Aquarium.“ Und tatsächlich, es war echt krass. Wir sind zwischen richtig vielen kleinen und großen Fischen (ich schätz mal, die größten waren so einen Meter lang) rumgeschnorchelt. Die sind zwar nicht von alleine zu uns gekommen, aber unser Decki Wilson – also der Hiwi vom Skipper – hat sie bisserl angefüttert… Da habe ich dann entdeckt, dass ich wohl so eine kleine Fischphobie habe, es war faszinierend den Fischlein so nah zu sein, aber richtig entspannt war ich nicht. Nach dem Schnorcheln war’s dann auch schon wieder Zeit für Sonnenuntergang, Abendessen, Biertrinken und Sternegucken.

Super waren auch die Gespräche mit den Leuten: Alle waren nett und locker drauf, hätte ich bei der anfänglichen Konstellation echt nicht gedacht. Am nächsten Tag ging’s dann „nur“ noch zurück. Aber das war gar nicht so schlimm, zwei Tage auf einem Boot können echt anstrengend sein, wenn man es nicht gewohnt ist. Leider oder Gott sei Dank hatten wir echt ruhiges, schönes Wetter mit wenig Wind und Wellen: Also kein Geschaukel und damit keine See-krank-werden, aber auch nur wenig Segelmöglichkeiten.

Ja, das waren meine Whitsundays-Erlebnisse: Echt empfehlenswert!

15. November 2009

Wieder mal was dazu gelernt…

In der vergangenen Woche hab ich mal ganz schön Lehrgeld bezahlt… aber dafür bin ich jetzt wenigstens bisserl schlauer. Aber von vorne!
Nach Fraser Island bin ich in Richtung Bundaberg aufgebrochen. Die Stadt ist für zwei Dinge bekannt: Rum und Fruitpicking… Ich dachte mir, schadet ja nicht, da mal vorbei zu schauen, ein paar Früchte-Pflück-Erfahrungen zu sammeln und ein bisserl Geld zu verdienen. Los gegangen ist es dann schon so, dass ich Montagabend um 19 Uhr kein Hostel mehr gefunden hab, dass noch ein Bett bzw. überhaupt noch offen hatte. Musste deshalb für teure 75 $ in ein Motel einchecken (besser als auf der Straße oder beim McDonalds zu übernachten und so ein eigenes Bad mit frischen Handtüchern, hat auch etwas!). Am nächsten Tag jedenfalls war ich dann enthusiastisch auf der Suche nach Hostel und Job. In der Touri-Information hab ich auch prompt Johannes kennen gelernt – mit dem gleichen Problem, deshalb haben wir uns gemeinsam auf die Suche gemacht. Nach den ersten Hostels (und vor allem deren Zustand!), Aussagen wie „dein Name kommt dann auf die Liste, und wenn alle vor dir nen Job haben, kommst du dran“ (auf den Listen standen zum Teil 25 Namen!!!) und Plattfüßen hatte ich entschieden: Hier bleib ich nicht länger. Johannes hatte mehr Durchhaltevermögen und sich schließlich durchgerungen, doch in eines der „Ekel“-Hostels einzuchecken. (Ich erwähn‘ jetzt an der Stelle nicht, dass er mich heute angerufen hat, er hatte bereits einen Tag später nen Job: Blöde Arbeit und super schlecht bezahlt, aber ein Job… hm…)
Ich bin jedenfalls weiter nach Agnes Water/Town of 1770. Da war’s dann ganz nett – und vor allem ich hatte meine erste Surfstunde! Ich hab tatsächlich sogar drei oder viermal die Wellen so erwischt, dass ich auf dem Brett stehen konnte und der „Instructor“ mich voll gelobt hat. Super Spaß, aber sau anstrengend! Mit im Meer baden oder surfen, war’s es jetzt aber eh erst einmal: Weiter im Norden ist Baden nämlich aufgrund der vielen bösen Quallen nicht mehr erlaubt!
Nach zwei Tagen in Agnes Water hab ich dann den Nachtbus nach Mackay, einer mittelgroßen und nur für den Zuckeranbau bedeutenden Stadt genommen. Weil die Zuckerrüben aber noch nicht reif sind, gibt’s hier auch nichts zu tun. Die Stadt (hier wird’s jetzt langsam echt tropisch!!) hatte ich innerhalb eines Nachmittags besichtigt und der Ausflug in den Nationalpark hat leider nicht das gehalten, was die Broschüre versprochen hat (90 $ für den A…. – nicht ganz, aber fast!). Der Eungella Nationalpark wäre sicher hübsch anzuschauen und zu durchwandern, mit einem eher älteren, lustlosen Guide, macht das aber eher weniger Spaß – noch dazu war das Wetter in der Früh schlecht. Egal, bin um halb fünf aufgestanden, hab den seltenen Platypus (ein komisches Tier, das an eine Mischung aus kleinem Biber, Fisch und Ente erinnert), ein bisschen Regenwald und ganz nette Wasserfälle gesehen. Waren dann auch mittags wieder zurück… schade, dass ich nicht meiner ersten Intuition gefolgt bin, mir ein Auto gemietet habe und den Nationalpark alleine besichtigt habe. Das nächste Mal mach‘ ich das bestimmt!
Jetzt geht’s erstmal in Richtung Airlie Beach und Whitsundays weiter….

9. November 2009

Fraser Island – geht’s eigentlich noch schöner?

Blaueflecken, aufgeschnittene Füße und ganz viele Mückenstiche… normalerweise würde man ja sagen: „Das ist ja Horror!“ Aber ganz im Gegenteil: Es war nur noch geil! Bin gerade von drei Tagen Fraser Island zurück gekommen und komplett begeistert.

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und gehört zum Weltnaturerbe. Die ganze Insel steht unter Naturschutz, aber es ist erlaubt, an manchen freigegebenen Stellen zu campen und auf den offiziellen „Straßen“ sowie am Strand Auto zu fahren.

Aber von vorne: Nachdem ich mich also mit Heleen in Noosa wiedergetroffen hatte, sind wir weiter nach Hervey Bay. Von dort aus sind wir mit einer organisierten Tour auf Fraser Island übergesetzt. Heleen hatte die Tour schon länger gebucht und ich hatte das Glück, dass noch Platz war…

Naja, jedenfalls hieß es am Freitag erst einmal früh aufstehen, kleinen Rucksack fürs Wochenende packen, Briefing zur Insel, Einteilung in Gruppen mit jeweils acht oder neun Leuten, Autos packen, Essen einkaufen und los. In dem Zusammenhang, wir hatten super Glück mit unserer Gruppe: Vier Mädels und vier Jungs – nur Deutsche und Holländer – aber ein echt gutes Team .

Gut, auf der Insel waren wir dann (fast) auf uns alleine gestellt. Die Organisation hat uns lediglich einen Zettel mitgegeben, was in der Zeit machbar ist, wann Flut bzw. Ebbe ist und wir am Strand entlang fahren können…

Das Abenteuer konnte beginnen: Zwei Leute vorne, die restlichen sechs hintendrin… mit den 4-Wheel-Drives sind wir dann quer über die Insel gecruist. Zum größten Teil, war das echt spaßig, wenn da nur nicht manchmal so tiefe Löcher auf den sandigenStrecken gewesen wären, in die man so langsam wie möglich reingefahren konnte und die Leute hintendrin trotzdem mit dem Kopf an der Decke angeschlagen haben (oder, man ein Loch übersehen hat und alle durcheinander geschmissen worden sind und heute noch über Blaueflecke klagen… Sorry, liebe Gruppe, ich fühl mich jetzt noch echt schlecht… :-( ) Blöd war auch, wenn man mal wieder in dem tiefen Sand stecken geblieben ist… aber ich denke, das gehört zu Fraser dazu. Und, ein 4-Wheel-Drive zu fahren ist gar nicht mal so schwer zu fahren und macht sau viel Spaß!!

Aber ansonsten hat echt alles super geklappt und super viel Spaß gemacht. Alles zu beschreiben würde zu lange dauern, deshalb nur ein paar meiner Hotspots: Lake Wabby, Indians Head, Champagne Pools (viele haben sich da beim Baden ihre Beine aufgeschnitten, weil sie von den großen Wellen umgerissen worden sind!), Lake MacKenzie (Kristallklares Wasser, aber super viele Mücken!), Sonnenauf- und Sonnenuntergang (ein Traum!), Campen und BBQ am Strand (ganz mein Ding), Regenwald, Dingos (komische Tiere), Eli Creek, Nutella zum Frühstück, Lunch und Dinner (gut, dass wir Löffel dabei hatten :-)  ) und und und… Ich denke die Fotos, sagen das Übrige!

3. November 2009

Die Geschichte von Karl Dall und den Gummibärchen

Jetzt weiß ich auch, wie sich Karl Dall fühlen muss: Bin heute morgen aufgewacht und hatte ein wahnsinnig geschwollenes Auge! Hab gestern schon gemerkt, dass irgendetwas mit meinen Augen nicht stimmt. Aber dachte, das liegt an der leichten Erkältung, die ich die Tage vorher so mit mir rum geschleppt habe. Naja, jedenfalls war ich jetzt auch schon bei einer australischen Ärztin. Die hat mich zwei Minuten angeschaut, gemeint es wäre eine saubere Bindehautentzündung und hat mir Augentropfen verschrieben. Alles in allem waren das dann gleich mal 90 Dollar. Klasse! Aber egal, jetzt geht’s den Augen wieder besser…

Aber zum eigentlichen Thema: Ich habe Brisbane am Montag hinter mir gelassen und bin jetzt in Noosa, das ist ungefähr 120 Kilometer nördlicher. Ein super schöner Ferienort, wieder an einer Flussmündung mit unzähligen Seitenarmen! Heute waren die Leute noch dazu alle super „dressed up“, in jeder Kneipe ist Pferderennen gelaufen und es gab Prosecco und Champagner in Massen. Melbourne Cup 2009, das gesellschaftliche Highlight in Australien schlechthin!

Super, war aber auch, dass ich in Brisbane noch Markus aus Österreich kennen gelernt habe und der ein Auto hat. Für sehr wenig Geld bin ich so von Brisbane nach Noosa gekommen. :-)

In Brisbane selbst habe ich nicht mehr so viel erlebt: War am Sonntag noch mit Markus, Nettie (aus Berlin) und Alon (aus Israel) in den Glass House Mountains. Ein sehr schöner Naturpark mit ein paar Hügeln, durch den wir ein bisserl gewandert sind. Aber mein persönliches Highlight an dem Tag war (abgesehen davon, dass Wandern in den Bergen immer super ist!), der Besuch im Aldi. Der sieht genauso aus wie in Deutschland und es gibt fast genau die gleichen Sachen! Hab mich gleich mal mit Vollkornbrot und Gummibärchen eingedeckt!! ;-)

Heute hat dann auch Heleen (die aus den Niederlanden) ins Hostel in Noosa eingecheckt. Mal schauen, was wir die nächsten Tag noch so alles erleben. Freu‘ mich jedenfalls schon sehr auf Fraser Island nächstes Wochenende!

31. Oktober 2009

Brisbane – Essen wie daheim

Also, was gibt es zu sagen, zu Brisbane…? Naja Brisbane ist die drittgrößte Stadt Australiens und ich habe für fünf Nächte in eines der größten Hostels in Australien eingecheckt – dem Bunk. Es ist echt schön hier – alles sauber, eigene Hostelbar usw. – , aber es ist irgendwie mal wieder zu groß für mich. Es ist nämlich schwer mit anderen Leuten so in Kontakt zu kommen, dass man auch tagsüber mal spontan etwas gemeinsam machen könnte. Aber egal, hab die Stadt dann halt auf eigene Faust erkundet und auch jede Menge Spaß dabei gehabt.
Bin mit der Fähre über den Brisbane River gefahren, hab den botanischen Garten erkundet, war in der legendären Queens Mall beim Geschäfte schauen (und ja wirklich, war sehr zurückhaltend beim Einkaufen im Vergleich zur letzten Woche, hab nämlich nix Neues gekauft, was die Klamotten betrifft zumindest!), hab den viele Straßenmusiker zugehört und war am Abend im Valley unterwegs. Außerdem hab ich mir das Rathaus angeschaut und war auf dem Glockenturm zum über die Stadt schauen… Bin sehr viel rumgelaufen und deshalb sind meine Füße heute auch ziemlich platt, aber schön war’s. Heute war ich dann endlich auf einem australischen Markt (nachdem ich’s in Sydney nicht geschafft habe!) und bin da natürlich drüber geschlendert. Und siehe da, ich hab sogar schon das erste Weihnachtsgeschenk gekauft… für wen? Das verrate ich an der Stelle natürlich nicht.
Achso und dann war da ja noch das Essen: Hatte in den vergangenen Tagen unabhängig voneinander echte „bavarian pretzels“ und echte „german sausages“… mhm … sehr gut! Hab in beiden Geschäften natürlich gefragt, ob sie jemanden brauchen, der ihnen aushilft… aber ich denke, die Idee hatten viele deutsche Backpacker schon von mir… Egal, weiterschauen und vielleicht wird’s ja was mit der deutschen Zeitung – die Bewerbung ist jedenfalls schon abgeschickt.
Die nächste Woche ist jetzt auch schon geplant… Treff mich am Montag nochmal mit der Heleen und zwar in Noosa Heads (drei Tage). Gemeinsam fahren wir dann weiter nach Hervey Bay und setzen über nach Fraser Island. *freu*
So, das war’s mal wieder… alles Liebe eure Kathi

28. Oktober 2009

Byron Bay und Surfers Paradise – oder Sonne, Strand und Party

Erst einmal „Entschuldigung“, dass ich solange nix hab hören lassen. Ich hab nicht einmal eine Ausrede: Schließlich habe ich in der vergangenen Woche so gut wie nix gemacht. Naja fast zumindest! Aber zur Erklärung: Von meinem Roadtrip habe ich ja schon berichtet, Johannes und ich hatten dann für eine Woche in einem Hostel fast direkt am Meer eingecheckt (und ihr glaubt es nicht, dort habe ich tatsächlich zwei Starnberger getroffen!).

An sich ist in Byron Bay alles ganz nett gewesen, aber fast ein bisschen „langweilig“ für mich (Natürlich hätte ich einen Surfkurs machen können, hab ich aber nicht) oder ich bin zu langweilig für Byron (die Entscheidung überlass ich jedem selbst! :-) ). Byron Bay ist jedenfalls ein kleines Urlaubsdorf, mit netten Geschäftchen und netten Lokalen. Die meisten Gäste sind junge Backpacker, die nur Party machen wollen (was ihnen ja auch gestattet ist), aber für mich war das einfach ein bisserl zuviel. Zumal ich auch im Durchschnitt fünf Jahre älter war als die meisten. Anzuschauen gab’s außerdem auch nicht soviel, außer dem Leuchtturm, zu dem ich einmal gejoggt bin (viiiieeelll zu warm!) und einmal spaziert bin, um Fotos zu machen. Dann waren wir noch in der Hippie- und „Gras“-Stadt Nimbin. Die Fahrt dorthin (ich bin mit „Bodo“ gefahren!) war echt super – sehr sehr schöne Landschaft. Die Stadt an sich war dann so naja – sehr sehr viele „weird people“. Aber mein persönliches Highlight kommt erst noch: Wir starten in Nimbin, um noch zu Wasserfällen zum Baden zu fahren, und werden kaum außerhalb der Ortschaft von der Polizei angehalten. Anspannung pur! Schließlich bin ich gefahren – ich hatte zwar weder etwas getrunken, noch etwas geraucht, aber (@ Papa, du überliest das jetzt besser…) im „Bodo“ ist nur Platz für drei Leute und wir waren zu fünft… Vorne alle drei ganz brav angeschnallt, aber hinten ist ja nur das Bett und bisschen Stauraum anstelle der Rückbank . Das schien den Polizisten – Gott sei Dank! - jedoch  gar nicht zu interessieren. Er wollte nur meinen Führerschein sehen und ich musste pusten – das war‘s dann. Trotzdem: Puls auf 180!

Na gut, die restlichen Tage in Byron habe ich dann mit sonnen und nicht soviel tun verbracht.

In Surfers Paradise – zirka zwei Busstunden nördlich von Byron Bay und war da seit Montag – habe ich dann Heleen wiedergetroffen, die ich schon in Sydney im Hostel kennen gelernt hatte. Leider war ich einen Tag zu spät in Surfers, um beim Indycar-Race dabei zu sein. Aber auch so waren die zwei Tage sehr schön. Surfers ist wesentlich größer als Byron und hat einen Hauch von Miami-Beach. Zu sehen gab es wieder nicht viel (und das, was nett gewesen wäre, war uns zu teuer), deshalb waren wir einen Tag am Strand und den anderen Tag beim Shoppen (zu meiner Entschuldigung: Es hat den ganzen Tag geregnet, also what else to do? ). Jedenfalls ist Heleen jetzt nach Byron Bay gefahren, fährt danach aber auch wieder weiter in den Norden. Vielleicht sehen wir uns ja dann wieder…

Ich bin jetzt auf dem Weg nach Brisbane (schreib den Blog gerade auf meinem Notebook im Bus) und werd’ mich dort endlich ernsthaft nach Arbeit umsehen!

Soooo, das ist jetzt aber mal wieder genug! Freu mich über viele Kommentare! Anbei noch ein paar Bilder!